Der Freimarkt

Der Bremer Freimarkt kann mit Fug und Recht als eine absolute Institution im Norden bezeichnet werden, denn er zählt sowohl zu den ältesten, wie auch größten Volksfesten in Deutschland. Von den reinen Besucherzahlen her wird der Freimarkt lediglich vom international bekannteren Münchner Oktoberfest in den Schatten gestellt. Jedes Jahr wird die Bürgerweide, der große Platz zwischen Hauptbahnhof und Stadthalle mit Messezentrum, von hunderten Schaustellern besucht und taucht Bremen für 17 Tage in ein buntes Farben- und Lichtermeer. Zudem findet auf dem Marktplatz in der Innenstadt gleichzeitig der „Kleine Freimarkt“ statt.

Jedes Jahr sind wir mit der Concordia für mindestens einen Mittwochsstammtisch auf dem Freimarkt vertreten! Dieses Jahr, auf der 988. Ausgabe des Bremer Freimarkts, wird das am 18.10. der Fall sein. Meistens bleibt es aber nicht nur bei einem Besuch, denn dafür zieht einen der Freimarkt viel zu sehr in seinen Bann.

Die Geschichte des Freimarkts geht bis ins Jahr 1035 zurück – der damalige Kaiser Konrad II. verlieh dem Bremer Erzbischof am 16. Oktober selbigen Jahres die sogenannte „Jahrmarkt-Gerechtigkeit“. Damit war es in Bremen erlaubt, zweimal im Jahr einen großen Jahrmarkt abzuhalten. Im Unterschied zu wöchentlichen Märkten durften bei diesen Jahrmärkten auch ortsfremde Kaufleute ihre Waren anbieten, worauf sonst einheimische Gilden und Zünfte ihr Monopol hielten. Dadurch bürgerte sich auch die Bezeichnung „freier Markt“ ein, welcher schließlich der noch heute existierende Name Freimarkt entstammt.

Zunächst musste das Jahrmarktsprivileg regelmäßig kaiserlich erneuert werden, dennoch überdauerte der Freimarkt die Jahrhunderte und fand Jahr für Jahr immer wieder statt. Nach über 700 Jahren wurde die Entscheidung über das Stattfinden des Marktes 1793 in die Hände des Bremer Senats gelegt – seitdem kann Bremen selbst über das Schicksal des Marktes verfügen. Mit Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Charakter des Jahrmarktes mehr und mehr in Richtung eines Vergnügungsfestes, wie wir es auch heute noch kennen. So gab es zum Beispiel auch schon 1890 erstmals eine Achterbahn zu bestaunen – also noch fünf Jahre vor Gründung der T.V. Concordia!

Typischerweise gilt der Freimarkt für uns hier im Norden, die wir sonst eher als unterkühlt und humordistanziert wahrgenommen werden, als unsere eigene fünfte Jahreszeit, auf die wir nichts kommen lassen. Das untermauern wir mit dem Ausruf „Ischa Freimaak!“, was frei übersetzt in etwa bei „Es ist ja Freimarkt!“ herauskommen würde. Zur Eröffnung eines jeden Freimarkts bekommt der Bremer Roland, eine Wahrzeichenstatue auf dem Marktplatz im Herzen der Stadt (und damit auch nicht weit entfernt vom Concordenhaus), ein großes Lebkuchenherz mit genau diesem Ausruf drauf umgehängt.

Ein Besuch bei uns in Bremen lohnt sich sowieso jederzeit, aber wenn Freimarkt ist, dann noch ein wenig mehr. Und zu guter Letzt soll nicht unerwähnt bleiben: Wer den Absatz über die Geschichte aufmerksam gelesen hat, ist sicher auch der zweite Jahrmarkt im Jahr hängen geblieben. Auch diesen gibt es bis heute, und zwar in Form der etwas kleiner gehaltenen Osterwiese, die wie ihr Name schon verrät, immer zur Osterzeit stattfindet. 

Jedes Jahr haben wir einen Freimarktstammtisch - Datum, Zeit und Treffpunkt werden rechtzeitig bekanntgegeben. Bei Interesse gerne schreiben!

Kohltour

 

Schon wenige Kilometer hinter den Stadtgrenzen Bremens wird man schief angeschaut, wenn man das Wort „Kohltour“ erwähnt. Eine Kohltour, auch oft Kohlfahrt genannt, ist nämlich ein sehr regional begrenzter Brauch, der lediglich im Bremer und Oldenburger Raum größerer Bekanntheit unterliegt. 

Kohltouren finden seit jeher im tiefen Winter zur sogenannten Kohlsaison statt, also insbesondere im Januar und Februar sowie auch noch Anfang März. In Bremen ist es also ganz besonders an den Wochenenden dieses Zeitraumes ein sehr gewohntes Bild, Gruppen von Menschen mit einem oder gar mehreren Bollerwagen anzutreffen, die alle gut gelaunt mit einem Kurzenglas um den Hals und oft auch einer Brezel durch die Gegend ziehen und dabei mal gute, mal weniger gute Musik hören. 

Das mag sich zunächst anhören wie die klassische Maiwanderung oder Tour zu Christi Himmelfahrt, doch es steckt mehr dahinter. Denn während man auf der ausgedehnten Nachmittagswanderung bei lustigen Spielen wie Teebeutel-Weitwurf, Paniermehl-Schluck, „Bauer Mecke“ oder auch einer klassischen Runde Flunkyball ordentlich auf Touren kommt, kehrt man zum Ende der Wanderung in eine Lokalität zum deftigen Grünkohlessen („Kohl & Pinkel“) ein. Die Lokalität wird meistens durch die organisierenden BbBb geheim gehalten, wodurch die allermeisten nicht wissen, wohin es am Ende tatsächlich gehen wird. Keinen Grünkohl zu mögen ist übrigens natürlich kein Grund, nicht mitzukommen – es werden auch stets sehr gute Alternativen angeboten! 

Zum Ende des großen Essens stehen Musik, Tanz, Party und die Wahl der Kohlkönigin bzw. des Kohlkönigs oder gar des Kohlkönigspaars an. Die frisch gewählten Majestäten stehen dann in der Verpflichtung, die Kohltour des kommenden Jahres zu planen. 

Vielleicht gehörst Du ja zu den neuen Majestäten?